Von alten Paukern und neuem Unterricht

Freitag, 1. Oktober, 14.45 Uhr: Die ersten Jubilare treffen sich in der Bibliothek, Sekretärin Andrea Mock kümmert sich. Rund ein Dutzend Ehemalige der Abiturjahrgänge 1960, 1961, 1970 und 1971 gehen dann in den Neubau. Dort ist in Raum C.003 eine Kaffeetafel gedeckt, leckerer Kuchen ist reichlich da, heitere Gespräche an den Tischen und zwischen den Tischen, Lachen, Wortfetzen.
An der Präsentationstafel werden die jeweiligen Seiten der einzelnen Abiturjahrgänge vom Internetauftritt des EMA aufgerufen. Auf einzelnen Klassenfotos erkennt man Klassenkameraden und Lehrer.
Damals war das EMA eine reine Jungenschule, auch die Lehrkräfte waren ausschließlich Männer. Und etliche der Lehrer hatten schwere und schwerste Kriegsverletzungen erlitten, viele hatten ihre Heimat durch Flucht und Vertreibung verloren. Und im Unterricht waren sie manchmal unberechenbar. Heute sieht man das klarer, damals kaum.

Anhand einer Präsentation berichten Schulleiterin Uta Wielage und ihre Stellvertreterin Andrea Gutzmann ausführlich, wie das EMA heute arbeitet im Zeichen von Digitalisierung (iPad-Klassen, digitales Unterrichtsmaterial – gibt es weiterhin Bücher? Klar.), Anleitung der Schüler zum selbstständigen Arbeiten; wie es war, als von einem Tag auf den anderen der Unterricht wegen Corona nicht mehr in der Schule stattfinden durfte (jedenfalls waren alle über ihr ISERV-Konto mit EMailAdresse und Dateiablage sofort erreichbar; diese Struktur steht seit 2004), dass es seit 2003 Ganztagsangebote gibt, Nachmittagsunterricht, Arbeitsgemeinschaften, Einschulungsgottesdienst, Außerunterrichtliches wie den Weihnachtsgottesdienst. Und das Kollegium werde jünger und weiblicher. 

Wie sehr anders war Schule damals: Frontalunterricht war angesagt, militärisch kurz die Anrede nur der Nachname, sehr viel Auswendiglernen, Kopfrechnen, Gedichte, Besinnungsaufsätze („Agitation – Information – Propaganda – Reklame. Erörtern Sie diese Begriffsreihe“). Dies hatte sozusagen freihändig zu geschehen und ohne irgendwelche Materialien zur Aufgabenstellung. 

Geführt von Andrea Gutzmann rundete ein Rundgang durch die Schule diesen Nachmittag ab.

Allen, die erschienen sind, sei herzlich gedankt fürs Kommen.

Helmut Brammer-Willenbrock

P.S.: Bitte helfen Sie uns bei der Vervollständigung unserer Datenbank. Schreiben Sie hierzu eine Mail an Helmut Brammer-Willenbrock: helmut.brammer(at)emaos.de

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