Bericht vom Landeswettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ 2022

Erstmalig fand der Wettbewerb „Schüler experimentieren“ 2022 an einer neuen Location statt. Jahrzehntelang hat die EWE die Jungforscherinnen und -forscher in Oldenburg fürstlich beheimatet und betreut. Dieses Jahr richtete der „PS-Speicher“ Einbeck in Kooperation mit dem Saatunternehmen KWS den Landeswettbewerb Niedersachsen vom 28. bis zum 30. April aus. Deshalb ging es für Elias Kuscholke aus der 8b am Donnerstagmorgen per Bahn Richtung Hannover und weiter nach Südniedersachsen. Da wir diesen Landesteil nicht kannten, waren wir in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Erstens kannten wir noch gar nicht das neue Automobilmuseum „PS-Speicher“, welches über 300 historische PKW und Motorräder in einem alten, großen Speicher- und Lagergebäude modern beherbergt. Das größte Automuseum Europas bietet eine Zeitreise des Automobils durch die letzten 100 Jahre. Zweitens imponierte das mittelalterliche Einbeck. Bei bestem Wetter wurde uns in einer unterhaltsamen Stadtführung mehr als das bekannte Bockbier nahegebracht. Auch die Übernachtung in der Jugendherberge Northeim rundete die gelungene Organisation der Veranstaltung ab.

Elias präsentierte seine selbst programmierte „KI-Prävention von Webserverattacken“ am Donnerstag und am Freitag. Die zentrale Idee ist es, Cyberangriffe durch eine künstliche Intelligenz zu erkennen und gegebenenfalls die IP-Adresse temporär zu blocken. Der Schüler arbeitete sich sehr vertieft in das Themengebiet der DDOS-Attacken ein und entwickelte einen komplett vollständigen, funktionierenden Abwehrmechanismus für diese sehr aktuellen Bedrohungen. Die Jury war beeindruckt von dieser relevanten Fragestellung und seiner erfolgreichen Umsetzung. 

Während der Jurygespräche konnten sich die Betreuer Herr Dr. Woeller und Herr Pues Kurzexkursionen nach Göttingen und Hannover gönnen, wohingegen Elias sogar noch nach der Präsentation schwitzte und jede freie Minute in das Programmieren und Verbessern seiner künstlichen Intelligenz investierte. Dieses Engagement wurde von der Jury ausdrücklich gelobt und wertgeschätzt. Auch Elias fand die Jurygespräche mit den vier Jurorinnen und Juroren, von Beruf Lehrer, Wirtschaftsmathematiker und Professoren, sehr bereichernd und motivierend. Darüber hinaus erhielt er von den Mitbewerberinnen und -bewerbern und den anderen Projektbetreuerinnen und -Betreuern Anerkennung, Hilfestellung und fachliche Hinweise. Obwohl Elias keine bekannten Mitstreiter vor Ort hatte, fand er sehr schnell Anschluss an die anderen Jugendlichen, die sich schlagartig sehr gut untereinander verstanden. Seine Mitbewohner in seinem Jugendherbergszimmer nahmen wie er in der Kategorie Mathematik/ Informatik teil. 

Die Siegerehrung wurde am Samstag durch den Kultusminister Grant-Hendrik Tonne eröffnet und durch den Präsidenten der Universität Göttingen, Metin Tolan, humorvoll begleitet. In allen Kategorien fand ein harter fachlicher Wettbewerb statt, auch wenn vereinzelt deutlich wurde, dass in diesem Jahr aufgrund von Corona weniger Regionalsieger am Start waren. Leider hatte Elias nicht das Glück derjenigen Teilnehmer, die in diesem Jahr nur einen bzw. drei teilnehmende Projekte hatten, sondern musste sich gegen sechs andere Projekte bewähren. Dabei ging die fachliche Spannbreite von zahlentheoretischen Untersuchungen der Monsterperiode über Dichteberechnungen von Metallstrukturen und einem aufwändig programmierten, selbst fahrenden Kettenfahrzeug bis hin zur Mathematik des Jonglierens. In diesem sehr starken Teilnehmerfeld bekam Elias den Sonderpreis für „Zerstörungsfreie Prüfung“ für seine umfangreiche, selbstständige Forschungsleistungsleistung zugesprochen. Auch wenn wir offen zugeben müssen, dass wir auf mehr gehofft hatten, müssen wir einfach feststellen, dass das Niveau auf dem Landeswettbewerb sehr hoch war und die Konkurrenz sehr stark. 

Herr Dr. Woeller erhielt als Projektbetreuerpreis ein Jahresabonnement der Zeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“, welche in Zukunft im AG-Raum 051 den Jungforscherinnen und -forschern weitere Ideen und fundiertes Fachwissen liefern soll. 

Hier die gesamte Feierstunde:

Insgesamt war es eine rundherum gelungene Veranstaltung und wir hoffen, hier auch im nächsten Jahr wieder antreten zu können.

H.-C. Pues, Dr. M. Woeller

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