Bericht vom „Jugend forscht“-Regionalwettbewerb Lingen

Nach zwei Jahren Corona-Pause fand der Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ nun 2023 endlich wieder an der Berufsbildenden Schule in Lingen statt. Trotz frühen Starts noch vor 7 Uhr trafen wir am Zielort mit etwas Verspätung ein, so dass wir die Begrüßung gleich um ein paar Minuten verpassten. Schnell erfolgte das Aufbauen der Stände und im Anschluss begann direkt die Begutachtung der Projekte durch die Jury. Während diese sich zur Beratung zurückzog, konnten die Schülerinnen und Schüler nach dem Mittagessen im Bowlingcenter erst einmal die sportlichen Siegerinnen und Sieger selbst küren. Insgesamt hat unsere „Jugend forscht“-AG das EMA mit spannenden Themen und interessant gestalteten Ständen bestens und auch sehr erfolgreich vertreten.

Malak Nabhan (7a) erhielt für „Zobo – der umweltfreundliche Elektroroller“ in der Kategorie „Schüler experimentieren – Arbeitswelt“ den 3. Platz und schlug sich in dieser Kategorie mit insgesamt 12 Projekten respektabel. Ihr aufwändig gebastelter, silbrig glänzender Roboter kann mit Hilfe von Solarenergie fahren und leuchten.

Cheyma Stiti (8a) beobachtete, dass Kreide auf der Tafel unter bestimmten Bedingungen regelmäßig gestrichelte Muster erzeugt und dabei besondere Töne hervorruft. Dieses Phänomen der „singenden bzw. springenden Kreide“ untersuchte sie systematisch und deckte die verborgenen physikalischen Hintergründe überzeugend auf, was die Jury mit einem Sonderpreis für Kreativität belohnte.

Krankheitsbeding konnte Lennard Bulitz (8c) sein selbst programmiertes Computerspiel der Mathematik- und Informatik-Jury leider nicht vorstellen. Es geht in dem grafischen Spiel darum, einen fliegenden Vogel von überraschend auftauchenden Hochhäusern fernzuhalten. Ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad ergibt sich im Spiel durch überraschend auftretende Winde und weitere ablenkende Effekte.

Elias Kuscholke (9b) wurde von der Jury zu Recht als Experte auf dem Gebiet der Informatik vorgestellt. Er entwickelte eine sichere Chat-App für Android und Windows, welche keinerlei private Nutzerdaten benötigt und die Nachrichten mit einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel auf neuartige Weise codiert und somit sichert. Die Veröffentlichung des zugrundeliegenden Quelltextes rundet die Transparenz und die Sicherheit dieser Chat-App für alle Nutzerinnen und Nutzer ab. Sein Stand war ein Publikumsmagnet und so manche Besucherin und so mancher Besucher luden sich seine App gleich überzeugt auf das Handy. Er erhielt den 1. Platz in der Kategorie „Schüler experimentieren – Mathematik/ Informatik“ und als Sonderpreis das Jahresabonnement der Zeitschrift c‘t. Damit vertritt er unsere Schule bereits zum 3. Mal beim Landeswettbewerb, welcher in Einbeck stattfinden wird.

Ein besonders gelungenes Projekt mit einem sehr ansprechenden Stand hatte dieses Jahr auch Tim Kiebert (10a). Nachdem er sich jahrelang im Fachbereich Chemie mit Akkumulatoren beschäftigt hatte, galt Tims diesjähriges Forschungsinteresse dem Nahverkehr in Osnabrück. Seine innovative Optimierung des Busverkehrsnetzes präsentierte er derart überzeugend und mit zahlreichen selbstständig angefertigten Modellen, dass er mit einem 1. Platz in der Kategorie „Jugend forscht – Geo- und Raumwissenschaften“ prämiert wurde und zudem den Sonderpreis der regionalen Wirtschaft erhielt.

Moritz Weber (Q1) untersuchte in der Kategorie Jugend forscht Chemie CO2 als möglichen Grundstoff für Energiespeicherung, indem er versuchte, die Vorzüge der Dekarbonisierung der Luft (Bildung von festem Calciumcarbonat aus Kohlenstoffdioxid) mit der Stromgewinnung (Brennstoffzelle) zu kombinieren.

Emma Meiners (9a) und Stephan Walkowski (Q2) verwendeten ebenfalls eine Brennstoffzelle zur Speicherung von erneuerbaren Energien. Basierend auf den Vorschlägen des Nobelpreisträgers Olah untersuchten sie experimentell die Eignung des Brennstoffes Methanol zur Stromgewinnung. Dabei stellten sie die benötigte Flüssigkeit im Heimexperiment selbstständig nach dem Holzgeistverfahren her. Die Jury fand, dass dies eine zündende Idee sei.

Robin Winkelhage (Q2) war bereits im letzten Jahr bei dem Landeswettbewerb mit einem 2. Platz in Chemie erfolgreich. Mithilfe neuer Erkenntnisse aus seinem Forschungspraktikum im Berliner Technologiepark Adlershof beim Fritz-Haber-Institut für Katalyse der Max-Planck-Gesellschaft konnte er die Effizienz seines eisenbasierten Katalysators fundiert analysieren und Verbesserungsvorschläge für alternative Katalysatoren entwickeln. In der Laudatio der Jury wurde Robins Projekt als so vielversprechend beschrieben, dass sie ihm abermals den 1. Platz in Chemie verliehen und ihn somit – wie auch Tim Kiebert – zum Landeswettbewerb nach Clausthal-Zellerfeld schickten, damit er mit seinem Projekt „Analyse der Hydrierung von Kohlenstoffdioxid an einem Mischkatalysator“ noch einmal antreten kann. Zusätzlich zum 1. Preis erhielt Robin den Sonderpreis Anspruchsvoller Aufbau oder komplexes Verfahren“.

Herr Pues erhielt den Sonderpreis für engagierte Talentförderer, welcher zukünftigen Projekten zugutekommen wird.

Dr. M. Woeller, H.-C. Pues

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