„Stolpern über die Vergangenheit“ – Projekt der 10b

Mit dem Ansatz, den Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht und eine Stimme zu geben, führte die Klasse 10b unter der Leitung von Herrn Marschler ein Projekt zu verschiedenen Erinnerungsorten in den Stadteilen Sonnenhügel und Dodesheide durch.

In eigener Recherche erschlossen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst die Biografien von jüdischen Familien, Dissidenten, Kriegsdienstverweigerern und Menschen mit Behinderung, welche in der Zeit des Nationalsozialismus diskriminiert, unterdrückt und ermordet wurden.

Dazu gehörte auch eine Exkursion zu den ehemaligen Lebensplätzen der verfolgten Personen, für die Nachwelt bewahrt durch im Boden eingelassene Gedenksteine. Geschichte, die einem im Alltag ganz unvermittelt begegnen kann. Geschichte, über die man „stolpert“. Vor Ort referierten die Schülerinnen und Schüler über die persönlichen Geschichten von Bernhard Schopmeyer, Heinrich Linnemann, Fritz Fabeyer, Heinrich Flottmann, Berhard Wiechmann sowie der Familie Gottschalk. Namen, hinter denen jeweils Individuen – Menschen und ihre Schicksale – stehen. Bürger, Nachbarn, Bekannte, die einst Teil unserer gemeinsamen Umwelt waren und infolge von Hass und Herabwürdigung mit großer Gewalt aus ihrem Leben gerissen wurden. Wir nutzten die Gelegenheit, die Stolpersteine zu putzen, eine Aufgabe, die normalerweise von „Stolpersteinpaten“ übernommen wird.

Im Rahmen einer weiteren Aktion präsentierte die 10b ihr Projekt abschließend auf dem Wochenmarkt in der Lerchenstraße, mit freundlicher Unterstützung des Osnabrücker Büros für Friedenskultur und des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land. Hier führten die Schülerinnen und Schüler Interviews mit den Besucherinnen und Besuchern des Marktes. Man kam ins Gespräch über persönliche Geschichten der Eltern, die eigene Kindheit und berichtete von familiären Erfahrungen zum Umgang mit der Vergangenheit des Nationalsozialismus in der Nachkriegszeit. Einige knüpften auch an gegenwärtiges politisches Engagement – etwa der Demonstration „Osnabrück bekennt Farbe“ – an, die am „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“ (27.01) stattfand.

Unser Projekt stieß vielfach auf positive Resonanz. Oft wurde uns zurückgemeldet, dass die Erinnerung an die Opfer und Geschichten des Nationalsozialismus weiterhin wachgehalten werden muss. Vielleicht halten ja auch Sie das nächste Mal einen Moment inne, wenn Sie über die Erinnerung an vergangene, aber noch immer bedenkenswerte Lebenswege „stolpern“?

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