Kommunizieren ohne zu hören oder zu sehen?

EMA-Zehntklässler bereiten sich auf Sozialpraktikum im Dialoghaus Hamburg vor

Sich in der Umgebung hörend und sehend zu bewegen und zu orientieren – für EMA-Zehntklässler ganz alltäglich und unspektakulär. Wenn sie aber in den zwei Wochen vor den Herbstferien ihr Sozialpraktikum absolvieren, werden manche von ihnen auch mit Menschen in Kontakt treten und kommunizieren, die z.B. mit Gebärden sprechen. Auf zwei Parcours ermöglicht das Dialoghaus Hamburg einen Einblick in die Welt ohne zu hören und ohne zu sehen. In Gruppen erprobten die Teilnehmer der Exkursion inklusive der begleitenden Lehrkräfte (Frau Averdiek-Bolwin, Frau Gartemann, Frau Münstermann und Herr Lücking) verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation mittels Gebärden oder der Orientierung mithilfe des Gehörs und eines weißen Stockes. Auf beiden Parcours mussten die Teilnehmer auf ihre gewohnten Kommunikationsmittel verzichten. Fachkundige Guides begleiteten sie auf ihrem Weg in die Kommunikation mit Gebärden bzw. in eine Orientierung ohne zu sehen. Gespräche mit den Guides am Ende über ihr Leben mit Einschränkungen im Sehen oder Hören provozierten viele Fragen der Schülerinnen und Schüler, um abseits des Parcours mehr zu erfahren. Die Offenheit der Guides bei der authentischen Beantwortung der Fragen trug durchaus zu einer Sensibilisierung für das Leben mit Einschränkungen bei. Welches Fazit ziehen die Teilnehmer der Exkursion? Hier einige Auszüge aus Feedbacks: „Ich fand es sehr spannend mitzuerleben, wie Gehörlose den Alltag wahrnehmen und mit anderen Menschen kommunizieren. Ich habe gelernt mit Gehörlosen richtig umzugehen.“ „Ich fand es sehr interessant, sich im Dunkeln mithilfe des Blindenstocks zurechtzufinden und zu probieren, verschiedene Gegenstände zu erfühlen, weil man sich so in die Lage einer blinden Person versetzen konnte.“ „Unser selbst blinder Guide hat uns sehr viel von seinem Leben erzählt, es war überraschend, wie optimistisch und lebensfroh er uns von alltäglichen Situationen, Momenten und Hürden berichtet hat.“
Großzügig gefördert wurde die Exkursion ins Dialoghaus im Rahmen der Vorbereitung auf das Sozialpraktikum vom EMA-Ehemaligen- und Förderverein mit 500€, was ca. 40% der Kosten für Eintrittskarten entspricht. Im Namen des 10. Jahrgangs und der begleitenden Lehrkräfte dafür herzlichen Dank!

Sebastian Lücking

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