Abiturjahrgang 2017:

Leon Aderhold, Mustafa Akgün, Celina Bender, Wolodymyr Benko, Adrian Berisha, Raphael Blaffer, Alina Boberg, Laura Boberg, Florian Brockkötter, Jasmin Brosius, Tobias Buchheister, Marie Burkowski, Aylin Demirel, Naomi Diallo, Jan Dieckmann, Marc Dieckmann, Delphina Döpper, Mareike Dörmann, Kenan Durakovic, Younes El-Fiali, Elisa Flegel, Daniela Freudenberg, Tom Gaese, Donika Gashi, Lisa Gleizermann, Kaan Göbül, Chiara-Loreen Gottschalk, Laura Gottwald, Pascal Greife, Jil-Tracy Grobbin, Johanna Güse, Tobias Guthardt, Henning Hagedorn, Wiebke Hain, Lara-Maria Harmeyer, Dennis Hartker, Hendrik Hawer, Katharina Hawighorst, Jule Helms, Sarah Hollmann, Laurenz Holtorf, Alena Holtser, Jennifer Hörnschemeyer, Anja Isaev, Oliver Janssen, Laura Jerzakowski, Lena Jerzakowski, Jan Niklas Jung, Johanna Kemper, Kevin Klein, Natalie Kohlbrecher, Jonas Kosin, Dennis Kosuta, Dennis Lauerer, Jan Layer, Julia Lehnig, Marvin Lenjer, Viktoria Litwatz, Lena-Marie Lüchau, Jona Lüderwald, Emily Maier, Liam Manke, Evelyn Markwart, Ole Maurer, Leon Mikoleit, Bianca Möller, Tim Möller, Sven Muschkowski, Dominik Naujoks, Johann Neuhaus, Greta Niehoff, Alicia Nieporte, Jessica Nowicki, Leon Ohme, Vanessa Oldenburg, Niklas Oswald, Lara-Sophie Övermöhle, Johanna Paßlick, Anna Quatmann, Vanessa Rahe, Michelle Rehse, Martin Rezlaw, Erik Ricker, Marie Rimili, Katja Ruge, Thimo Sauerhering, Fabian Schmidt, Dennis Schneider, Tim Schröder, Jaro Manio Schubert, Julia Schubert, Marcel Schultz, Sabrina Schulze, Gerrit Schwalbe, Gil Niclas Schwarte, Marie Siebe, Monique Sorhage, Romy Steinbeck, Benno Christian Steinkamp, Vadym Stepovyk, Juliana Stiller, Lars Thiede, Can Ucar, Jasper Antonius Vollmert, Manal Waddalla, Sebastian Waldmann, Tim Walhorn, Viviane Warrelmann, Daniela Witowski, Jacob Witte, Patrizia-Alischa Zechlin, Fehmi Zekaj

Die Reden:

Begrüßung: OStD Hartmut Bruns, Schulleiter
Für die Ehemaligen: Lothar Teckemeyer (Abiturjahrg. 1967)
Für die Eltern; Bettina Kruse-Schröder
Für die Schule: Sebastian Lücking
Für den Abiturjahrgang: Anja Isaev und Sven Muschkowski
Für den Förderverein: Petra Knabenschuh

 

Begrüßung: Hartmut Bruns, OStD

Liebe Jubiläumsabiturienten,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Eltern,
liebe Angehörige und Freunde unserer Abiturientinnen und Abiturienten
und besonders,
liebe Abiturientia 2017!

Foto: EMA

Als Schulleiter des EMA begrüße ich Sie alle recht herzlich zur Entlassungsfeier unserer Abiturientinnen und Abiturienten in unserem Forum.

Heute dürfen wir uns freuen, dass 112 junge Menschen an unserem Gymnasium das Abitur bestanden haben, weitere 7 junge Menschen verlassen unsere Schule mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife. Zwei unserer Abiturienten haben in diesem Jahr die Bestnote 1,0 (hochgerechnet 0,9) erreicht und gehören zu den besten Abiturienten Osnabrücks.
Die beste ehemalige Realschülerin hat einen Notenschnitt von 1,6. Zu dieser Leistung gratuliere ich besonders herzlich.
Im Übrigen haben 36% der Abiturienten erst, nachdem sie den Erweiterten Sekundarabschluss auf einer Realschule erreicht hatten, den Weg zu uns gefunden.

Zunächst wende ich mich an Sie, liebe Jubiläumsabiturienten.
Sie, die Sie vor 25, 40, 50 oder gar 60 Jahren am EMA – bis 1957 noch Staatliche Oberschule für Jungen – das Abitur abgelegt haben, begrüße ich besonders herzlich.
Jeder von Ihnen verbindet mit dem EMA Erinnerungen – schöne, manchmal aber auch weniger schöne. In einem Punkt – so vermute ich – sind wir uns aber alle einig: Ihre alte Schule hat Sie für Ihr Leben geprägt.
Dabei waren zwei Dinge entscheidend. Zum einen: Unser Gymnasium hat Ihnen Wissen vermittelt und Kompetenzen mit auf Ihren Lebensweg gegeben.
Darüber hinaus hat die Schule aber wichtige Grundlagen gelegt, die über die rein formale Bildung hinausgehen.
Sie haben gelernt Verantwortung zu übernehmen, sich in Toleranz zu üben, kritisch zu denken, sich Ihre eigene Meinung zu bilden.
Durch Ihre Anwesenheit dokumentieren Sie die Verbundenheit mit Ihrer alten Schule, einer Schule, die sich in den letzten Jahren stark verändert und enorm entwickelt hat.
Ich denke nur an die Tatsache, dass das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2015 für den Deutschen Schulpreis, der in Berlin von der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel überreicht wurde, nominiert war und in den sechs Kategorien Leistung, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulklima und Schulleben, Umgang mit Vielfalt und Schule als lernende Institution von einer hochkarätigen Jury als eine der besten 14 Schulen Deutschlands eine hervorragende Bewertung erhalten hat.

Liebe Jubilare,
ich bin davon überzeugt, dass Sie bei Ihren Treffen noch viele schulische Erinnerungen austauschen werden. Es ist nur schwer auszudrücken, was man mit dem Wort „Bildung“ bezeichnet – die Entfaltung des Geistes, die Schulung des Verstandes und die Fähigkeit des kritischen Denkens.
Jeder Einzelne von Ihnen trägt diesen Schatz in sich. Durch Ihn sind Sie zu charismatischen Persönlichkeiten gereift, und dass auch die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahres 2017 zu Persönlichkeiten heranwachsen mögen, wünschen wir uns alle.

Liebe Eltern,
mit Ihnen hat uns ein langer Weg verbunden. Wenn Ihre Kinder am EMA eingeschult wurden, haben Sie mindestens acht Jahre die Entwicklung Ihrer Kinder verfolgt, wenn Ihre Kinder den Weg von einer Real- oder Oberschule zu uns gefunden haben, haben Sie uns mindestens drei Jahre begleitet.
Vor allem haben Sie Ihren Kindern geholfen, Schule als sinnvolle, für die Zukunft zentrale Lebensphase zu erleben, und zumeist haben Sie die Lehrerinnen und Lehrer unseres Gymnasiums als Partner im gemeinsamen Erziehungsprozess unterstützt.
Als Schulleiter des EMA möchte ich Ihnen heute von Herzen für die Liebe, Geduld und fürsorgliche Begleitung danken, die Sie Ihren Kindern auf dem Weg zum Abitur haben zuteilwerden lassen.
Ich bin sicher, dass sich Ihre Kinder, die heutigen Abiturientinnen und Abiturienten sich schon bei Ihnen bedankt haben. Wenn das noch nicht geschehen sein sollte, dann haben Sie es bisher nur aufgrund der großen Hektik der Abiturfeierlichkeiten vergessen und werden es sicherlich noch tun.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ihnen gilt auch in diesem Jahr wieder mein ganz besonderer Dank.
Sie haben nicht nur während der Abiturphase, sondern über viele Jahre Ihre fachliche und pädagogische Kompetenz sowie Ihr Engagement und Ihre Energie eingesetzt, damit die jungen Menschen, die wir heute verabschieden, ihr Abitur erreichen konnten.
Unsere gemeinsame Verantwortung bestand darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen Wertschätzung der Bildung, aber auch die Fähigkeit zu demokratischer Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen möglich wurde.
Ich glaube, dass wir das gemeinsam geschafft haben, auch wenn viele der Abiturientinnen und Abiturienten dieses erst begreifen werden, wenn sie einen gewissen zeitlichen Abstand von der Schule gewonnen haben.
Einem Kollegen möchte ich aber heute meinen ganz besonderen Dank aussprechen, dem Abitur- und Jahrgangskoordinatorin StD Sebastian Lücking. Er hat unsere Abiturientinnen und Abiturienten als Jahrgangskoordinator erst vor einem Jahr übernommen und ihnen während der vergangenen Monate mit hohem Einsatz, Kompetenz und mit großer Empathie zur Seite gestanden. Er hat viele Gespräche geführt und manch scheinbar unlösbares Problem gelöst. Danke Sebastian!

Des Weiteren danke ich heute denjenigen, die im Hintergrund stehend, die Voraussetzungen für das Gelingen unserer Arbeit schaffen:
den Sekretärinnen Frau Mock, Frau Pöttker und Frau Schomaker, den Hausmeistern Herrn Bäumler und Herrn Kerrinnes und unserem Schulassistenten Herrn Steins-Tiemann. Ohne diese guten Geister würde vieles nicht so funktionieren, wie es bei uns funktioniert.

Und nun zu Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten:
Wenn Sie heute die Zeugnisse der Allgemeinen Hochschulreife im Rahmen dieser Feierstunde von Ihren Tutorinnen und Tutoren überreicht bekommen, so ist das für Sie zu Recht ein Anlass zur Freude und des Stolzes über das Erreichte.
Sie, liebe Abiturientia, haben nun Ihren schulischen Bildungsweg erfolgreich zurückgelegt und den höchsten schulischen Abschluss erreicht, der in Deutschland vergeben wird.
Was kann ich Ihnen als Ihr Schulleiter anlässlich dieser Feierstunde mit auf den Weg geben?
Sie gehörten als Schüler der Q2 bei der Bewertung durch die hochkarätige Jury des Deutschen Schulpreises zu denjenigen, die bewertet wurden.
„Wir haben Unterricht von hoher Qualität gesehen“, heißt es in der Beurteilung der Jury, und zum Unterricht gehören im immer zwei: Lehrer und Schüler.
Darauf dürfen Sie stolz sein.

Ich möchte nun in aller Kürze versuchen, die Beurteilungskriterien der Jury auf Sie und Ihre Zukunft zu übertragen.

1. Leistung ist mehr als einige wenige Spitzenleistungen. Leistung ist, wenn jeder sein Bestes gibt – mehr geht nicht.
2. Unterrichtsqualität: jegliche Qualität ist in all ihren Tunimmer auch von Ihnen abhängig, von Ihrer Leistung, Ihrer Motivation, Ihrem Engagement und Ihrer Teamfähigkeit.
3. Verantwortung: Sie sind einerseits verantwortlich für sich selbst, für Ihre Gesundheit, Ihr physisches und psychisches Wohlbefinden. Aber Sie sind auch verantwortlich für Ihre Mitmenschen, für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite der Gesellschaft stehen, zeigen Sie sich solidarisch. Ich denke da u.a. an unsere Projekte HOKISA und HELPAGE, die Sie auch als ehemalige EMAner fördern können.
4. Vielfalt: Schülerinnen und Schüler haben Ihre Wurzeln in vielen Ländern dieser Erde. Am EMA haben Sie alle gelernt, dass Vielfalt bereichernd ist. Wenn Sie von einer Realschule kommen, haben Sie erfahren, dass Aufstieg möglich ist. Allerdings nicht ohne eigenes Tun.
5. Schulklima, Schulleben, Kooperationen: Es sind Menschen, die das menschliche Klima in der Universität in der Firma, in einer Behörde prägen: durch Freundlichkeit, Höflichkeit, Rücksichtnahme und vor allem gegenseitigen Respekt. Ich behaupte, dass gute Leistungen ohne ein gutes Klima nicht möglich sind.
6. Schule als lernende Institution: Das bedeutet für Sie, dass Sie durch lebenslanges Lernen Ihren Platz in der sich zunehmend verändernden Gesellschaft immer wieder neu finden müssen.

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

für Ihre persönliche Zukunft wünsche ich Ihnen als Ihr Schulleiter von ganzem Herzen Gesundheit und persönliche Zufriedenheit, aber natürlich auch Erfolg im Studium und im Beruf und über allem möge Gottes Segen stehen.
Und: bleiben Sie Ihrer alten Schule verbunden und geben Sie einiges von dem, was Ihnen geboten werden konnte, an zukünftige EMAner zurück.

 

Für die Ehemaligen: Lothar Teckemeyer (Abitur 1967)

Liebe Abiturienten, liebe Abiturientinnen,
lieber Herr Bruns, liebe Lehrpersonen,
liebe Gäste, meine Damen und Herren,

Foto: EMA

Auf dieser Abiturfeier schaut der Himmel gnädig herab. Er applaudiert auf seine Weise mit Blitz und Donner, und vor Freude vergießt er Tränen, das macht der Sturzregen und das Gewitter draußen deutlich. Diese Interpretation der aktuellen Naturereignisse erlaube ich mir als gelernter Theologe an den Anfang meiner Rede zu stellen.

Ja, so sieht also jemand aus, der vor 50 Jahren sein Abitur am EMA abgelegt hat, älter geworden, mit lichtem Haarwuchs, grau, korpulenter, aber auch – so hoffe ich jedenfalls – lebenserfahrener.
Ich bin gebeten worden, ein Grußwort der 50-jährigen Jubilare an sie zu richten.

Wie war das damals?
Am 2. Juni 1967 kommt es anlässlich des Staats¬besuchs des Schahs des Irans zu Demonstrationen und schweren Ausschreitungen. Der Student Benno Ohnesorg wird von dem West-Berliner Polizisten Kurras erschossen. Ohnesorgs Erschießung und der gerichtliche Freispruch für den Täter tragen zur Ausbreitung und Radikalisierung der westdeu-tschen Studentenbewegung der 1960er-Jahre bei.

In der Zeit vom 5. – 10. 6 kommt es zum 6-Tage-Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarn, dessen Ergebnis die Lage im Vorderen Orient von nun an bis heute neu bestimmen wird.
Im Juni 1967 erreichen die Proteste gegen den Vietnam¬krieg in Amerika einen neuen Höhepunkt.
Im Herbst 67 wird Che Guevara von einem Feldwebel der bolivianischen Armee erschossen.
Am 27. Juni wird von der Barclay-Bank in Amerika der erste Geldautomat in Betrieb genommen.
Am 1. Juni veröffentlichen die Beatles ihre legendäre Schallplatte „Sgt. Pepper“.
Im August des Jahres werden Deutschlands Fernseher bunt, das Farbfernsehen wird eingeführt.
Ebenfalls 1967 führt Christiaan Barnard in Südafrika seine erste Herztransplantation durch.

Das, meine Damen und Herren, sind nur einige wichtige Ereignisse des Weltgeschehens aus dem Jahr 1967, jenem Jahr, in dem ich und meine Mit¬schüler (wir waren nur junge Männer) vor 50 Jahren unser Abitur gemacht haben und in dem das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium sein 100-jähriges Bestehen feierte. Im Nach¬hinein sagen Historiker: Ein bewegendes Jahr.

Das 50-jährige Jubiläum löst bei mir Erinnerungen aus. Ich weiß noch wie heute, am Freitag, d. 26. Mai fand meine mündliche Prüfung statt. Am 2. Juni, dem Todestag von Benno Oh¬nesorg, wurden uns in der Aula des EMAs die Abi¬tururkunden überreicht. Das Abitur war für mich kein Honigschlecken. Für die Deutsch-Abitur¬prüfung mussten wir Gedichte rezitieren können. Ich erin-nere mich, wie mühsam es für uns alles war, den obligato¬ri¬schen Bildungsgang zu schreiben, mindestens 15 Seiten lang, handgeschrieben. Wir mussten – um zur Abiturprüfung zugelassen zu werden – unser bisheriges Leben reflektieren und mögliche Lebensziele formulieren. Das Abitur wurde damals „Reifeprüfung“ genannt, wir sollten mit dem Bildungsgang unsere „Reife“ nachweisen.

Erinnerungen zeigen zugleich Verände¬rungen an. Was ist nicht alles in den letzten 50 Jahren geschehen? Das EMA steht nicht mehr an der Lotter Str., Unterrichtsinhalte haben sich verändert, manches ist gleich geblieben. Da gibt es noch Reagenzgläser und Bunsenbrenner, auch wir haben damals wie Sie heute für einen Erweiterungsbau der Schule demonstriert.

Als das Jubiläum näher rückte, habe ich danach gesucht, was ich noch aus meiner Schulzeit besitze. Ich habe meinen Rechenschieber „Aristo Scholar“ gefunden, damals notwen¬diges Instrument für den Mathematik- und Pysik¬unterricht. Ein Lehrmittel aus der analogen Zeit. Für uns damals war das Wort “analog“ unbedeutend, wir kannten nichts anderes, das digitale Zeitalter gab es noch nicht. An diesem Instrument wird deutlich, was sich in meiner / unserer Lebenszeit gravierend verändert hat. Das analoge Zeitalter wird nach und nach abgelöst durch das digitale. Frü¬her gab es noch Schallplatten, eine „Gabriele“ Kof¬fer¬schreibmaschine. Ich war ganz stolz, als ich zu meiner Konfirmation ein vierspuriges Uher-Tonband¬gerät geschenkt bekam. Heute sind Walkman, Diktiergerät oder Kabeltelefone etwas für’s Museum.

Soziologen nennen solche Veränderungen Innova¬tions¬schü¬be. Die Abstände zwischen Neuentwicklungen werden immer kürzer. Waren es um 1900 noch 40 Jahre, so sind es aktuell im Schnitt 5 Jahre, in manchen Bereichen rechnet man in Monaten. Überspitzt formuliert: Das was ich gestern gelernt habe, ist übermorgen veraltet.

Dieser Analogrechner – so wird der Rechenschieber auch genannt – ist für mich so etwas wie eine Botschaft aus dem rein analogen Zeitalter in die Jetztzeit. Er bringt mir bei, was wichtig ist bei allen Veränderungen.

Auf ihn werden Zahlen als Strecken dargestellt, die zueinander in ein Ver¬hältnis gesetzt werden. Mathe¬ma¬tik erfahre ich als Bezie¬hungs- und Verhält¬nislehre. Das Zusammenbringen und Verschieben von Zahlenstrecken hilft beim Addieren, Multiplizieren, Wurzelziehen oder der Berechnung von Logarithmen.
Der Umgang mit Zahlen und Zahlenstrecken kann symbolisch verstanden werden und so zum Beispiel für Welt¬erfahrug werden. Um das ent¬decken zu können, muss ich den mittleren Stab und die durchsichtige Messskala verschieben. Ich selbst muss mich bewegen, etwas in Bewegung setzen, um Verhältnisse zu klären. Mit an¬deren Worten: Ich lerne. Ich kläre Beziehungen und bringe mich in Relation zu Ereignissen, Gegenständen und anderen Menschen. Ich werde und gestalte mein Leben im Gegenüber und im Miteinander zu Anderen und Anderem.

Nun ist das Schlagwort vom lebenslangen Lernen nicht neu. Rückblickend kann ich sagen, es war für mich manchmal anstrengend, meistens aber spannend und bereichern.

Bei meiner Geburt 1948 fing dieses Lernen in der Beziehung zu meiner Mutter bei mir an. Später dann die Schulzeit, dann der Besuch des EMA. Die Abitur¬prüfung 67 war eine wichtige Zwischenstation. Es folgten das Studium, das Berufsleben. Heute als Pensionär ist Neues lernen und ausprobieren eines meiner wichtigsten Leiden¬schaften. Ich kann für meinen Teil behaupten, das EMA hat das damals mit gefördert. Damals 1967 war Aufbruchstimmung. Vieles war möglich. Wir wollten etwas werden. Und die meisten von uns haben ihre Chance genutzt und sind etwas geworden … so oder so. Deshalb schaue ich dankbar auf meine Schulzeit zurück, obwohl ich manchmal noch heute davon träume, ich müsse meine Abiturprüfung wiederholen. Dankbar können wohl auch alle jene sein, die diese Schule besucht haben und besuchen. Deutschlandweit – so hat Herr Bruns uns vorhin vorgestellt – ist sie eine der 15 besten Schulen. Die Abkürzung EMA steht dafür: „Erfolgreich Miteinander Arbeiten“. Was will man mehr? Ich ergänze: Wir lernen nicht nur für das Abitur, sondern ein Leben lang. Beziehungen und Verhältnisse klären, nicht nur mit dem „Aristo Scholar“. Das wünsche ich uns allen.

Ich danke für ihre Aufmerksamkeit.

Der Rechenstab / Rechenschieber „Aristo Scholar“ (Foto: privat)

 

Für die Eltern: Bettina Kruse-Schröder

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,
liebe Miteltern, Geschwister und sonstige Verwandte und Interessierte,
liebe Schulleitung, liebe Lehrerinnen und Lehrer und einen herzlichen Gruß an alle, die ich jetzt vergessen habe!

Foto: EMA

Man hat mir 5 bis 10 Minuten für den Standpunkt der Eltern eingeräumt und jetzt steh‘ ich hier als Sprecherin der Elternschaft vor einem Pool voller Dilemmas. Denn die Worte, die ich zu sagen habe, gehen in erster Linie an meinen Sohn und sind schon lange gesagt. So wie sicherlich auch eure Worte an eure Kinder bereits gesprochen sind. Außerdem wurde mir neben der Zeitangabe auch zwischen den Zeilen eine Liste an unerwünschten Reden mitgeliefert.
Nicht sprechen werde ich heute über die schulische Laufbahn der Absolventinnen und Absolventen von der Schultüte bis zur Reifeprüfung, auch wenn dies sicherlich – besonders durch die Begleitung entsprechender Fotos – sehr amüsant gewesen wäre.
Ebenso wird von meiner Seite keine wohlverdiente Dankesrede an diese besondere Schule erfolgen und auch den Lobgesang auf die tolle Entwicklung, die unsere Abiturientinnen und Abiturienten hingelegt haben, werde ich heute nicht anstimmen – dem ausgiebigen Gesangsbedarf zum Trotz.
Die Rolle der Eltern bei der Mitgestaltung des EMA muss ebenso unbesprochen bleiben wie die herausragende Bedeutung des Abiturs als Tor zur Welt und Bildung als Schlüssel zum Erfolg.
Darüber hinaus werde ich auch nicht darüber sprechen, wie sich das Leben für euch ändern, sich die Rolle von uns Eltern weiter wandeln wird.
Leider werde ich auch keine wunderbare Zitatenschlacht zum Thema, das eine geht das andere kommt, eröffnen.
All diese Blickwinkel eröffnen nämlich zu viele Möglichkeiten für mich als Mutter, in die Position zu rutschen, die so unangenehm für die Nachkommen vor allem in der Öffentlichkeit ist: die des Peinlichseins.
Um dieser Peinlichkeit zu entrinnen, habe ich mich selbst zensiert und die Unworte: STOLZ, ERNST DES LEBENS, und KLASSE GEMACHT aus meinem Beitrag gestrichen. Wenn ich jedoch unsere heutigen Gefühle und den Wandel in eurem Leben umgehen muss, dann schränkt das die Gestaltungsmöglichkeiten für diesen Vortrag erheblich ein. Ich habe hin und her überlegt und bin schließlich beim Wort ABITUR selbst gestrandet. A B I T U R, das klingt wie eine Abkürzung, nach einer geheimen Botschaft hinter den Buchstaben, die es hier zu entschlüsseln gilt.

Wie war für euch die Zeit der Abiturprüfungen? Ging es nur mit ausgefahrenen Ellenbogen durch den Schulalltag, sodass sich hinter
A – B – I – T – U – R die Bedeutung AUCH BIN ICH TÄGLICH UNTER RAUBTIEREN verbarg?
Oder hattet ihr viel mit Schulregeln und Erziehungsmaßnahmen zu tun, sodass A – B – I – T – U – R vielleicht für AUCH BESONDERS INTELLIGENTE TÄTER UNTERSTEHEN REKTOREN stand?
Vielleicht wart ihr aber auch hoch intellektuell verstrickt zwischen Fachvokabular und Wissenschaftssprache. Dann könnte A – B – I – T – U – R auch für ABER BITTE IMMER TÜCHTIG UMSTÄNDLICH REDEN stehen.
Oder aber ihr fühltet euch wie in einer anderen Welt, wie im falschen Film? Dann könnte A – B – I – T – U – R so etwas Unverständliches bedeuten wie: ABERMALS BETENDE IMKER TANZEN UNGEMEIN REIZEND.

Wenn ich mich an mein eigenes Abitur erinnere, dann war von allen vier möglichen Bedeutungen etwas dabei. Sicherlich gäbe es noch viele weitere tiefgründige Bedeutungen zu finden, von denen ich jedoch angesichts meiner ablaufenden Redezeit Abstand nehmen möchte.

Für alles, was hinter und was vor euch liegt, möchte ich euch – wahrscheinlich völlig peinlich – sagen, dass wir Eltern natürlich STOLZ auf euch sind, denn ihr habt das total KLASSE GEMACHT. Auf den Weg in den ERNST DES LEBENS gebe ich euch noch die chinesische Weisheit „Wenn das Alte nicht geht, kann das Neue nicht kommen.“ mit und die überaus durchdachte und von meinem Vater häufig benutzte deutschsprachige Lebensregel mit: „Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß nicht, wie Krümel pieken.“

Ich danke euch und Ihnen für die geschenkte Aufmerksamkeit.

 

Für die Schule: Sebastian Lücking

Liebe Abiturientinnen und liebe Abiturienten, liebe Jubiläumsabiturienten,
Liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste,

Foto: EMA

als Ihr Jahrgangskoordinator beglückwünsche ich Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten zu ihrem bestandenen Abitur. Es ist nicht die Regel, dass ein Jahrgangskoordinator die Laudatio stellvertretend für das Kollegium hält. Sie, Ihr Abiturjahrgang und mich, verbindet aber ein anderthalbjähriger Weg zum Abitur, für mich sind Sie, der Abiturjahrgang 2017, ein besonderer Jahrgang und Sie werden es auch zukünftig bleiben. Sie sind die ersten Abiturienten, die ich als Oberstufenkoordinator betreut habe. Sie und ich haben in dieser Zeit, die Sie in der Oberstufe verbracht haben, viel hinzugelernt, gerade auch voneinander. Für diese gemeinsame Erfahrung bin ich meinerseits sehr dankbar, ich habe viel von Ihnen gelernt. Danke dafür! Insofern waren die letzten Wochen auch für mich eine Art „Reifeprüfung“. Ich möchte aber auch die Gelegenheit nutzen, mich bei einer Kollegin für ihre kompetente Unterstützung, Beratung und Zusammenarbeit in den letzten anderthalb Jahren besonders zu bedanken. Ein großes Dankeschön gilt Studiendirektorin Annette Averdiek-Bolwin.
Es erfüllt mich mit Stolz, dass Sie Abiturienten eines Gymnasiums sind, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, voneinander zu lernen. „EMA – Erfolgreich miteinander arbeiten“, heißt es in unserem Schulprogramm, anders ist es auch nicht denkbar, denn Ernst Moritz Arndt taugt erwiesener Maßen nicht zum Vorbild. Aber: Was heißt das eigentlich: „erfolgreich miteinander arbeiten“?
Wenn wir auf den Weg blicken, den Sie am EMA zurückgelegt haben, dann haben Sie das Ihrige für Ihren heutigen Erfolg beigetragen, Ihre Eltern und wir als Kolleginnen und Kollegen das unsrige. Diesen Weg legten wir nicht nur bei eitel Sonnenschein zurück, mitunter war er holprig, bisweilen steinig und die Orientierung zu halten für manchen schwierig. Dass Sie in solchen Fällen wieder zurück gefunden haben auf den Weg zum Abitur, das haben sie sicherlich zum Teil Ihren Eltern, ihren Lehrerinnen und Lehrern, aber vermutlich in hohem Maße auch sich selbst zu verdanken, indem Sie Ihre Motivation wiedergefunden haben, neuen Mut geschöpft haben, ihr Ziel wieder in den Blick genommen haben.
Was lässt das heute Erreichte uns wertschätzen? Was wäre das Erreichte wert, wenn es keine Mühen, keine Anstrengungen, keine Ausdauer kostete? – Wir nicht aus Fehlern und Misserfolgen lernen würden, es zukünftig besser zu machen?
Wenn ich zehn Jahre in die Zukunft blicke, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie dem Motto des EMA „erfolgreich voneinander und miteinander arbeiten und lernen“ treu geblieben sind. Wenn in zehn Jahren „Carpe diem“ für Sie nicht ein geflügeltes Wort und eine matte Erinnerung aus dem Lateinunterricht ist, sondern Sie ihre Möglichkeiten, Talente und Fähigkeiten – Didaktiker nennen sie heute Kompetenzen – genutzt haben, um aus sich das zu machen, was Ihren Zielen entspricht. Denn dann laufen Sie nicht dem Leben hinterher oder führen ein Leben der verpassten Chancen.
Lassen Sie sich begeistern, lassen Sie sich vom Enthusiasmus anderer anstecken, etwas zu wagen, etwas zu riskieren, auch wenn andere Sie warnen und zaudern. Machen Sie etwas Ungewöhnliches aus Ihrem Leben und machen Sie es mit Leidenschaft.
Wäre ich – bei aller Vernunft – nicht auch meinen Neigungen ein Stück weit gefolgt, dann stünde ich heute nicht vor Ihnen. Wären wir am EMA, Ihr Schulleiter, Ihre Lehrerinnen und Lehrer und auch Schülerinnen und Schüler nicht davon überzeugt gewesen, in dem, was wir gemeinsam hier am EMA tun, sehr gute Arbeit , dann hätten wir uns nie um den Deutschen Schulpreis beworben. Um etwas Ungewöhnliches aus dieser Schule zu machen, braucht es keinen Schulpreis, entgegnen manche Kritiker, Recht haben sie. Wir haben auch vorher schon gewusst, welches Potenzial in unseren Schülerinnen und Schülern schlummert. Aber jetzt weiß man es auch außerhalb Osnabrücks und Niedersachsens. Eine zweimalige Nominierung haben wir nicht einfach so geschafft, sondern dadurch, dass wir als Schulgemeinschaft in den letzten Jahren einen erfolgreichen Weg gegangen sind, den es lohnt auch weiter zu gehen. Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten sind diesen Weg erfolgreich mitgegangen und haben ihn zu ihrem eigenen Weg gemacht. Sie können stolz sein auf das Erreichte.
2003 wechselte ich nach meinem Referendariat an diese Schule, bei meinen Referendarskollegen hat dieser Schritt wenig Schulterklopfen ausgelöst, das EMA versprühe nicht die vermeintliche Aura manch anderer Gymnasien, meinten sie.
Ich merkte aber schnell, dass das Klima am EMA ein eigenes, ein besonderes Mikroklima ist. Schauen Sie sich um, wie sich das EMA seit Ihrem ersten Schultag verändert hat. Eine besondere Eigenschaft fand ich dabei von Anfang an vor, die mich von Anfang an beeindruckt hat: den Mut, Dinge anzupacken, den Mut, Dinge zu verändern um es besser zu machen. Zu welcher Erkenntnis bin ich dabei gelangt? Dieser Mut zur Veränderung ist aktueller denn je! Und die Bereitschaft dazu! Wie bequem und vermeintlich angenehmer als die Mühsal der Veränderung, des Weiterdenkens ist doch das Gewohnte, das Bekannte, das Erprobte!
„Habe Mut“, appelliert Immanuel Kant in seinem berühmten Text zur Beantwortung der Frage „Was ist Aufklärung?“, in dem er die Autonomie des Menschen, seine Fähigkeit zur Selbstbestimmung, als Kern des Menschseins betrachtet. Als Kant dem Menschen die Fähigkeit zur vernünftigen und moralischen Entscheidung in Freiheit zumutete, ahnte er vermutlich noch nichts von den Herausforderungen sowohl im Kleinen als auch im Großen des 21. Jahrhunderts, ahnte noch nichts von digitalen sozialen Netzwerken, ahnte nichts von ihrer ungeheuren Dynamik noch von der Demagogie gegenwärtiger populistischer Strömungen. Aber er wusste, was wirklich zählt im Leben: Freiheit und Autonomie. Und der Mut, beides für sich anzunehmen.
Im Sinne Kants habe ich Sie, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, immer „mutiger“ empfunden als Schüler anderswo. Jeder Dritte von Ihnen ist erst nach dem Abschluss an einer Realschule zu uns gekommen, manch einer hat zuvor die Hauptschule besucht. Mutig und selbstbestimmt sind gerade Sie ihren Weg zum Abitur gegangen.
Was wünsche ich Ihnen für Ihre Zukunft?
Der Mensch sei in erster Linie ein „Nein-Sagen-Könner“, glaubt man dem Philosophen Max Scheler. Uns kommt es nur mittlerweile zu häufig so vor, als sei der Mensch ein kritikloser Ja-Sager, ein funktionierendes Rädchen im Getriebe, leicht zu verunsichern und zu beeinflussen.
Ich wünsche Ihnen, dass es Ihnen gelingt „Nein“ zu sagen, wenn es Ihre Autonomie und Freiheit erfordert, haben Sie den Mut zu eigenen, autonomen Entscheidungen, auch wenn es eng wird, Sie Widerstände überwinden müssen oder Gefahr laufen alleine dazustehen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie im Sinne Kants da mutig bleiben, wo andere längst der Mut verlassen hat. Suchen Sie sich Gleichgesinnte auf Ihrem Weg zu Ihrem persönlichen Glück. Verwechseln Sie die Gleichgesinnten aber nicht mit den kritiklosen Ja-Sagern. Ertragen Sie den Widerspruch Ihrer Freunde, ihrer Familie, ihrer Weggefährten und wachsen Sie daran! Denn die Eudaimonia, das Glück, sagt Aristoteles, sei das Ziel unsers Menschseins. Nicht im Sinne einer Hatz nach kurzfristigen Erfolgen oder nach materiellem Besitz, sondern im Sinne einer dauerhaften inneren Erfüllung. Was das im Einzelnen ist für Sie, das müssen sie selbst herausfinden. Da sind sie wieder, die Autonomie und die Freiheit.
Ihnen, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, wünsche ich von dem, was Ihnen diese innere Erfüllung, dieses innere Glück verschafft, so viel wie möglich. Warten Sie nicht darauf, dass die Herausforderung zu Ihnen kommt. Suchen Sie die Herausforderung. Bewahren Sie sich Ihre Neugier, Ihre Offenheit, Ihren Gestaltungswillen und Ihre Toleranz gegenüber vielfältigen Lebensentwürfen und Sinndeutungen. Erhalten Sie sich die Bereitschaft hinzuzulernen, dann ist der heutige Tag nur ein Meilenstein auf dem Weg, auf dem ihnen Großes gelingen kann.

Vielen Dank!

Für den Jahrgang: Anja Isaev und Sven Muschkowski

Sven: Liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Abiturientinnen und Abiturienten, liebe Verwandte und Freunde, uns wurde die Ehre erteilt den diesjährigen Abiturjahrgang auf der Entlassungsfeier zu repräsentieren.

Foto: EMA

Anja: Leider hatten wir zuvor noch nie eine Rede gehalten und gingen somit ziemlich planlos an die Sache heran. Auch unsere gut geführten Deutschmappen…
Sven: (und unsere noch versiegelten Deutschbücher)…
Anja: halfen uns leider nicht weiter, trotz 12, 13 oder bei manchen im Jahrgang sogar 14 Jahren Deutschunterricht.

Da wir uns gedacht haben, dass sie schon vorher von seriösen, bestens artikulierten, rhetorischen Meisterwerken verwöhnt wurden, gestalten wir unsere Rede ein wenig anders.

Anja: 150 jähriges Jubiläum feiert das EMA dieses Jahr
Sven:(das Jubiläum, an welches wir bei jeder Gelegenheit von Herrn Bruns erinnert werden)
Anja: 8 Jahre haben die meisten von uns davon hier verbracht.
Sven: Mit 95 Schülern wurden wir damals in die 5. Klasse eingeschult, voller Vorfreude und Zuversicht. Schon damals wurde uns von den großen Erwachsenen gesagt, wir sollen unsere Schulzeit genießen, denn sie sei die entspannteste und sorgenloseste Zeit unseres Lebens.
Dabei haben sie aber einige Probleme nicht berücksichtigt,

Anja: wie die erste große Liebe,
Sven: die erste schlechte Note,
Anja: die ersten Stimmungsschwankungen,
Sven: Pickel,
Anja: Streitigkeiten, das Warten auf Whatsappnachrichten oder Snapchatbilder.
Sven: Danke dafür !

Anja: Den ein oder anderen Schüler haben wir auf dem Weg zu unserer Reifeprüfung verloren.
Dabei meinen wir nicht nur das Abitur, sondern auch auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
Sven: Einige Andere haben wir aber auch auf diesem steinigen und schweren Weg dazu gewonnen, die sich mühelos und schnell in diesem Abiturjahrgang etabliert haben.
Anja: Auch ich bin erst zu dem 11. Jahrgang an diese Schule dazu gekommen, man hatte mir damals gesagt, dass ein Schulwechsel immer schwer sei, doch dies war nicht so. Ich wurde mit offen Armen an dieser Schule empfangen. Denn die Vielfältigkeit der Schule spiegelt sich auch im Jahrgang wider. Jeder, der hier neu dazu kommt, findet Anschluss.
Sven: Die Vielfältigkeit des Jahrgangs zeichnet sich nicht nur durch die verschiedenen Nationalitäten, sondern auch durch die Interessen und Subkulturen unserer Generation aus.
Nicht umsonst hat die Schule die Titel „Schule ohne Rassismus“ und „Schule mit Courage“.

Nach 12 Jahre Schule ist es auch mal an der Zeit sich zu verabschieden und Danke zu sagen.

Anja: In erster Linie geht unser Dank an unsere Koordinatoren Frau Averdiek-Bolwin und Herr Lücking, die sich immer Zeit für uns genommen haben, um uns unsere tausend Fragen zu beantworten, uns zu beraten und uns zu helfen. Also vielen Dank dafür.

Sven: Dann wollen wir uns auch bei dem Entlassungsfeierkomitee bedanken, die uns Jahrgangssprechern eine sehr große Last abgenommen haben und diese Feier perfekt organisiert haben. Es ist wirklich toll geworden. Dankeschön.

Anja: Erinnert ihr euch an das erste Krimidinner am EMA, welches letztes Jahr stattgefunden hat? Damit konnten wir unsere Abikasse um einiges aufstocken und das haben wir Katharina Hawighorst, Natalie Kohlbrecher und Herrn Bongalski zu verdanken. Katharina, Natalie, ihr beide wart uns generell eine sehr große Hilfe, und dafür wollten wir uns sehr herzlich bei euch bedanken.

Sven: Auch das Sekretariat hat uns die ganzen Jahre lang begleitet, in den ersten Jahren hier vielleicht mehr mit Pflastern und Kühlpacks und später dann mit dem Ausdrucken von Entschuldigungsbögen. Sie waren uns eine große Hilfe. Vielen Dank an Frau Mock, Frau Schomaker und auch an Frau Kowalinski, die ja leider nicht mehr bei uns an der Schule ist.

Anja: Natürlich wollen wir uns auch bei den Tutoren und Lehrern bedanken, die wir in der ganzen Zeit über hatten. Vor allem in der Oberstufe haben Sie uns ermutigt und nie die Hoffnung aufgegeben.
Danke für Ihre Ausdauer und Energie, die Sie für uns aufgebracht haben.

Sven: Zum Schluss geht auch ein großer Dank an unseren Schulleiter Herrn Bruns.
Dafür, dass wir unser Abitur an dieser Schule machen durften, überreichen wir Ihnen von unserem Jahrgang ein kleines Abschiedsgeschenk, welches dann mit Ihrer Erlaubnis hier im Forum aufgehängt wird.

Anja: Der Ein oder Andere kennt Arthur Schnitzler schon aus dem Deutschunterricht.
Sven: Das ist übrigens der, der Fräulein Else geschrieben hat.
Anja: Dieser sagte: „Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich schon lange darauf freut.“
Ich finde dieses Zitat spiegelt unsere Situation perfekt wider.
Sven: Denn wir sehnen uns schon seit langem nach unserem Abschluss und trotzdem haben wir viele schöne Momente hier verbracht und viele tolle Freunde gefunden, die wir nicht mehr missen wollen.

Anja: Und mit diesen Worten wollten wir uns gerne von Ihnen verabschieden.
Jetzt wollen wir euch, lieber Abiturjahrgang, nicht mehr länger auf die Folter spanen und das Wort an den Förderverein weiter geben.

Wir wünschen euch das Allerbeste auf eurem weiteren Weg, egal wohin er euch auch führen mag.

 

Für den Förderverein: Petra Knabenschuh: Grußworte

Liebe Ehemalige, liebe Eltern, liebe Lehrer, liebe Mitarbeiter der Schule und liebe zukünftig Ehemalige

Foto: EMA

Dem EMA ist ein gewaltiger Patzer unterlaufen. Alle Redner vor mir hatten eine Redezeitvorgabe bekommen; ich nicht! Ich könnte Sie also jetzt nach Belieben quälen, was ich aber natürlich nicht tue.
An einem Tag wie heute häufen sich die guten Wünsche für Sie. Und im Namen des Ehemaligen- und Fördervereins des EMA schließe ich mich denen gerne an. Meinen herzlichsten Glückwunsch für Sie alle.
Sie haben einen großen Teil Ihres bisherigen Lebens damit verbracht, sich auf das Abitur vorzubereiten. Das haben Sie nun geschafft und können sich erst einmal entspannen. Zumindest so lange, bis die Eltern anfangen zu drängeln, „was willst Du denn nun machen?
Und so verschieden, wie Sie selber sind, so werden auch Ihre weiteren Lebenswege sein. Deshalb wäre es besonders schön, wenn Sie sich von Zeit zu Zeit an Ihre gemeinsame Schulzeit hier am EMA erinnern würden. Das können Sie natürlich besonders gut als Mitglieder im Ehemaligen- und Fördervereins tun. Das erste Jahr ist ja auch noch beitragsfrei!
Noch ein Wort zu den Flyern, die Sie auf Ihren Plätzen gefunden haben. Zur Zeit sammelt der Verein alte DM-Bestände ein. Das Motto heißt: „Hast‘e mal ´ne Mark“. Sie kennen alle noch diese metallenen Zigarillo-Kästchen, in denen früher gerne die ausländischen Münzen für die nächste Urlaubsreise aufbewahrt wurden. Seit der Einführung des Euro verkümmern diese Schätze in Schränken und Schubladen. Allein an DM sind immer noch ca. 13 Milliarden im Umlauf. Für Einzelpersonen lohnt sich der Umtausch kaum, aber wenn am EMA alle zusammenlegen, sollte eine schöne Spende für das Schuljubiläum im Oktober dieses Jahres zusammenkommen. Nach den Ferien wird es in der Bibliothek einen Briefkasten für Ihre Spenden geben.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft. Und nochmals, meinen herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen.

 

 

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