1. ruderjahr-1959
1959 – das traurigste Ruderjahr.

Es entstand ein neuer Vertrag zwischen dem ORV und dem OSRV. (Dem aufmerksamen Leser ist sicher nicht entgangen, daß OSRV gleich Osnabrücker Schülerruderverein heißt.)

Die drei Schülerruderriegen zahlen mit Hilfe der Stadt Osnabrück jährlich 2400,- an den Verein, der dafür das Bootshaus und den Steg, aber keine Boote zur Verfügung stellt. Wir sind nun ganz auf unsere eigenen Boote angewiesen. 1959 ist deshalb das traurigste Ruderjahr, will wir einen sehr schönen Sommer und höchstens 2 oder 3 Boote hatten. Die anderen Boote lagen in der Werkstatt und mußten repariert werden.

Um die Kogge wurde in diesem Jahr ein harter Kampf geführt. Es starteten für unsere Schule: Baumann, G. Claus, Bätjer, Kliegl und Stm. „Hase“ Wichardts. … Wir starteten auf der Innenbahn und lagen daher schon automatisch durch die Vorgabe auf der Außenbahn hinter dem Boot des Ratsgymnasiums. Wir holten sehr stark auf und lagen kurz vor dem Ziel mit dem Rats-Boot auf gleicher Höhe. Nur im Ziel zogen die Gegner durch, während wir „vorrollten“. So verloren wir um Bruchteile von Sekunden. Aber es war der spannendste Kampf der Regatta.

Die Entwicklung der Ruderriege von 1949 – 59
Jahr km Mitglieder Durchschnitt Ruderwarte
1949 12
50 20
51 32
52 5617 36 156 km W. Middelberg
H. Flöter
53 6439 31 208 km Dieter Wolf
Wolfgang Naujok
54 6562 37 177 km H.- Jobst Pleitner
Erich Schmidt
55 10445 34 107 km Karl Finke
Dieter Friedrich
56 6319 37 171 km Holger Fähse
Karl Finke
57 6177 33 187 km Holger Fähse
Dieter Schröer
58 5066 36 141 km Dieter Steckhan
Günter Claus
59 5077 36 141 km Gerhard Baumann
Dieter Steckhan

 

P r o t o k o l l  der Versammlung der Schülerruderriege des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums am 15.1.60

Die Zahl der anwesenden Mitglieder betrug 29. Außerdem erschienen die 19 neugeworbenen Anfänger. Nach Eröffnung der Versammlung durch den Protektor Schülerruderriege, Herrn Papenhauen, und nachdem Herr Papenhausen den neuen Rudertrainer, Herrn Reich, vorgestellt hatte, gab der 1. Ruderwart Gerhard Baumann einen kurzen Überblick über das letzte Ruderjahr.

Von den Booten der Schülerruderriegen (Theo Nieberg, Max Horn, Wiking, Sturmvogel, Carolinum) standen bedauerlicherweise uns nicht alle immer zur Verfügung. Immer wieder fielen einzelne von ihnen durch Reparaturen aus. Deshalb ist auch die Zahl der gesamten Ruderkilometer in diesem Jahr nicht höher als im Vorjahre, obwohl das Wetter in diesem Jahre ausgesprochen günstig war. Die Gesamtleistung betrug 5077 km, im Schnitt kommen auf den einzelnen der 34 aktiven Mitglieder 149 Ruderkilometer. (5 Mitglieder ließen sich noch zu Beginn der Rudersaison zurückstellen). Zu kämpfen hatten wir auch noch mit der Anfängerausbildung: für die 12 Anfänger standen uns nur die beiden Doppelzweier „Hase“ und „Carolinum“ zur Verfügung!!! Um alle Ruderer zu ihrem Recht kommen zu lassen, mußten wir jeden Freitag einen neuen Ruderplan aufstellen. Mit dem Arbeitsplan – an jedem Freitag stand eine Mannschaft bereit, um „Arbeitsdienst“ zu leisten – klappte nicht alles, aber diesmal nicht aus Bootsmangel, sondern weil Herr Wolf keine Arbeit für uns hatte! (Man höre und staune, die Bootswerkstatt war überfüllt mit reparaturbedürftigen Booten.)

Um Verbindung mit dem Alten Herrn aufzunehmen, hatten wir versucht, die Mitglieder des ehemaligen Schülerrudervereins „Niedersachsen“ durch eine Anzeige in unserer Schülerzeitung anzusprechen, aber leider gingen die Antworten so spärlich ein, daß dieses Vorhaben zunächst verschoben werden musste.

Dann ging Gerhard Baumann auf die Herbstregatta des O.R.V. ein. Erfolge buchen konnte die Renngemeinschaft E.-M.-Arndt- Gymnasium mit dem /1/ Carolinum im Zweier m. Stm. Gegen Meppen. Ebenfalls erfolgreich war der Altherrenvierer ehemaliger Realgymnasiasten. Hart war in diesem Jahr das Koggenrennen. Wir verloren es nur um den Bruchteil einer Sekunde darum, weil, wie uns Herr Papenhausen an Hand einer Fotographie nachwies, dass ein Mitglied der Mannschaft sich kurz vor dem Ziel „nach  h ü b s c h e n   M ä d c h e n   umdrehte“.

Als nächster referierte der 2. Ruderwart Dieter Steckhan über die Wanderfahrten. Wir hatten eine größere Wanderfahrt zu Pfingsten geplant, da aber kurz vorher zwei Boote zu Bruch gingen, mußte sie ins Wasser fallen. Sonst fanden nur 2 Wanderfahrten statt. Für beide Fahrten wurde das „Carolinum“ benutzt. Teilnehmer: Werner Friedrich, Werner Müller, Volkmar Elsaesser; Jörg Eisfelder, Wilfried Gawehn, Dietmar Kern.

Im Folgenden berichtete der Kassenwart Hartmut Hutschenreiter über Einnahmen und Ausgaben. Die Einnahmen beliefen sich auf 604.- DM, die Ausgaben machten 540,80 aus. Für dieses Geld wurden die Reparaturkosten, die Beteiligung am Ruderbock, die Kosten für den Druck der neuen Ruderausweise bestritten, bezahlt wurde davon ferner der Verbandsbeitrag des Deutschen Ruderverbandes und einige Broschüren.

Als letzter ergriff der Protektor, Herr Papenhausen das Wort. Er kam noch einmal auf die Regatta zu sprechen. Er führte an, daß die Kogge aus dem oben schon aufgeführten Grunde nicht hätte verlorenzugehen brauchen, aber immerhin hätten wir ja das Carolinum in Vorrennen geschlagen. Auch der Doppelzweier wäre nicht verloren gegangen, wenn unsere Mannschaft „die Augen aufgesperrt“ und gewußt hätte, daß nicht nach Sieg, sondern nach Zeit gerudert wurde. – Da im letzten Jahr die Kasse einen Überschuß verzeichnete, soll in diesem Jahr der Mitgliedsbeitrag nicht wie im vergangenen Jahr 7 x 2 = 14 DM, sondern 6 x 2 = 12 DM betragen. – Schließlich wurden noch An- und Abmeldungen bekanntgegeben.

Hiernach erfolgte die Vorstellung der 19 Anfänger.

/2/

Als wichtiger Punkt der Tagesordnung fungierte die Neuwahl des 1. und 2. Ruderwartes und die Neubesetzung der Ämter.

Vorschläge zur Neuwahl der Ruderwarte:
Werner Friedrich, Günter Claus, Werner Müller

Ergebnisse der Wahl:
1. Ruderwart:    Werner Friedrich,          Kl. 11sb, mit 19 Stimmen
2. Ruderwart:    Werner Müller,              Kl. 12sb, mit 4 Stimmen

Neubesetzung der Ämter:

Schriftführer der Ruderchronik:   Werner Müller, 12sb
Bootswart:                               Günter Claus, 12m
Kassenwart:                             Michael Augustin, 10b
Ausbilder:                                Wichards, Kayser und Löhr (Werner Müller)

Papenhausen, OStR
Ruderjahr 1959

R u d e r j a h r 1959.

 

 

 

1.)   Eisfelder km 434
2.)     Friedrich km 357
3.)     Herrmann km 317
4.)     Müller km 273
5.)     Kern km 259
6.)     Grunert km 216
7.)     Elsaesser km 209
8.)     Gawehn km 200
9.)     Wichards km 176
10.) Claus I km 164
11.) Baumann km 160
12.) Kliegl km 141
13.) Becker km 132
14.) Lücke km 126
15.) Hutschenreiter km 121
16.) Gehrke km 120
17.) Steckhan km 115
18.) Nürnberger U. km 114
19.) Stille km 111
20.) Schoemann km 95
21.) Kayser km 93
22.) Wortmann km 92
23.) Claus II km 87
24.) Heckmann km 83
25.) Brück km 80
26.) Köster km 78
27.) Dröse km 74
28.) Nürnberger B. km 74
29.) Palm I km 73
30.) Löhr km 67
31.) Gils km 65
32.) Bock km 57
33.) Nordsiek km 52
34.) Beckmann km 50
35.) Augustin km 46
36.) Schwiesow km 39
37.) Sieren km 28
38.) Klute
39.) Palm II.

als Gast: Bätjer             km 74
sonstige Km:                 km 24
Gesamtleistung            km 5077

 

Osnabrück, im Dezember 1959

Die beiden Bilder der neuerstandenen Ruderböcke, auf denen in den Herbst- und Wintermonaten schon eifrig geschult und trainiert wurde.

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