Stephan, Christa

Stephan, Christa
Fächer: Russisch / Deutsch

Frau Stephan hat von 1966 bis 1984 am EMA unterrichtet. Sie hat mit Frau Hoppe und Herrn Gehre den Russischunterricht am EMA aufgebaut;

Frau Stephan ist 1984 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand getreten.
1997 ist Frau Stephan verstorben.

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Die „neue realität“ gab Lehrkräften, die neu am EMA waren, Gelegenheit, sich vorzustellen.

Studienassessorin Stephan

Die Stadt, in der ich geboren wurde und zusammen mit drei Brüdern aufgewachsen bin, ist Posen, damals wie heute polnisch. Dort besuchte ich die deutsche Volksschule, in der ich vom zweiten Schuljahr an auch die Landessprache lernen mußte, was mir jedoch nicht schwerfiel, da ich schon vorher ziemlich fließend Polnisch sprach. Die Aufhebung dieses Unterrichts blieb für mich vorerst die einzige Folge, die der Ausbruch des Krieges brachte.
Fünf Jahre später – im Januar 1945 — mußte ich mit meinen Eltern und Geschwistern fliehen. Vorläufiger Endpunkt der Flucht war die kleine Stadt Luckau in der Niederlausitz, in der ich nach einem halbjährigen Intermezzo als Putzfrau und Hilfsschwester wieder zur Schule gehen und das Abitur machen durfte. Danach studierte ich Germanistik und Slawistik mit dem Ziel, Lehrerin zu werden. Frisch examiniert, kam ich nach Kleinmachnow bei Berlin, wo ich mehrere Jahre an einer gemischten Schule unterrichtet habe.
Im Herbst 1957 war ich gezwungen, mein Heil abermals in der Flucht zu suchen. Da Examina, die in der Ostzone gemacht wurden, in Westdeutschland nicht anerkannt werden, mußte ich wiederum die Universität beziehen. An der FU Berlin belegte ich meine alten Fächer und hörte außerdem Kunstgeschichte, Philosophie und Osteuropäische Geschichte.
1963 machte ich zum zweiten Male Staatsexamen. Unmittelbar danach bewarb ich mich um die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst des Landes Niedersachsen.
Die Referendarzeit absolvierte ich teils in Leer/Ostfriesland, teils am Staatlichen Studienseminar in Hannover. Dort legte ich 1965 das Assessorexamen ab und war endlich — vielgeprüft — wieder das, was ich schon einmal gewesen war: Lehrerin an einem Gymnasium.
Am 1.April 1965 wurde ich nach Osnabrück an das Vierte Jungengymnasium versetzt. Seit dem 1. Dezember 1966 bin ich am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium tätig.

Christa Stephan

Quelle: „neue realität“ (1966)